Archiv für April, 2020

W2W – Wert zu Wohl: Der europäische Grüne Deal

Geschrieben von Peter Käpernick am in Allgemein

Die Idee auf den Punkt gebracht!

W2W – Kick off für Strategieprozess ‘Kreislaufwirtschaft‘ (new circular economy)

Ein Projekt-Setting für kooperatives Herangegehen an den Wandlungsprozess der als ‘Beyoundcrisis-Project‘ auf jeden von uns zu kommt. Wir diskutieren Ideen zirkularen Handelns als Person (..unser Einfluss als Konsumenten) sowie die Chancen und Möglichkeiten für mittelständische Unternehmen an den Aktionsplänen des europäischen Grünen Deals der EU teilzuhaben. Die Themen:

• 200 Jahre falsche Strategie: Ergebnisse und Ausblick

• Werte in Einkommen verwandeln

• Vorhandenes Geschäftsmodell überprüfen

• Enkeltaugliche Strategie für das Wirtschaften entwickeln

Zeit für neue Lösungen! Was macht die Idee für Deutschland nach Corona so besonders?

Die aktuelle Lage und deren Folgen beinhaltet eine kurze und knappe Botschaft: Wir werden zukünftig anders Wirtschaften! Weg von ‘linear‘, hin zu mehr Kreislauf und Wiederverwendung. Der ‘Grüne Deal‘ der EU Kommission (Closing the loop: New circular economy package) und seine begleitenden Ziele und Investitionspläne vom März 2020 wird uns als Bürger und die EU als Gemeinschaft in die Lage versetzen, nachhaltige Produkte und Prozesse zu etablieren, Rohstoffe besser zu verwerten, die Vermüllung zu stoppen und – eine soziale Zielsetzung – besser zu kooperieren. Wir werden den Fokus darauf lenken, Wert(e) in Einkommen zu verwandeln!

Neu an dem hier vorgestellten Ansatz ist die Art, wie wir den Wandlungsprozess starten und die nachfolgenden Schritte gestalten: Eine Kombination aus Gruppenarbeit: Mit der W2W – Gamification und mit computerbasierten Simulationen (Simcision). Dieser eher leichte, spielerische und angstfreie Ansatz führt in neun Schritten durch einen kreativen Raum entweder während entsprechender Präsenztreffen oder auch im Internet. Dabei lassen die Teilnehmer in wenigen Stunden Ideen bis zu ersten Prototypen heranreifen: Ziel ist das schnelle Ausprobieren! Sowie das noch schnellere Umsetzen besserer Lösungen!

Wie verbessert dieser Ansatz die Zukunft der Menschen und Unternehmen?

Während des Settings werden Ideen geboren, die mit besserer Nutzung von Ressourcen bzw. Energien bezogen auf eine Zielsetzung zu tun haben. Mehrfachnutzungen bringen Vorteile für die Umwelt, schaffen neue Geschäftsmodelle und neue Arbeitsplätze. Produkte und Prozesse werden nicht mehr nur verbessert, sondern völlig neu (zirkular) vom  Ende her gedacht. Modulares Design verlängert die Lebenszyklen und ordnet den verbauten Teilen bzw. Rohstoffen einen Wert zu, der sich im Markt in Einkommen verwandeln lässt. Produkte werden nicht mehr verkauft, sondern vom Kunden bezahlt wird die erworbene Dienstleistung. Damit verbleiben Hersteller als Dienstleister in der Verantwortung für ihre verwendeten Wertstoffe. Daraus folgt, dass weniger bis kein Abfall mehr anfallen wird!

Status quo und Vision: Wohin geht die Reise, wo stehen wir?

Wir stehen am Anfang, erkennen aber, dass uns das Klima und die rigorose Ausbeutung von fossilen Rohstoffen sowie die Vermüllung von Meer und Landschaft kaum noch Platz für ein nachhaltiges Leben einer nächsten bzw. übernächsten Generation lassen. Unsere Vision: Die Kreislaufwirtschaft ersetzt das lineare Wirtschaftsmodell. Eine Welt produziert Wert(e) für alle!

Unsere Modellfirma (www.act-if.consulting) soll junge Menschen und alte Praktiker zusammenbringen und neue Ideen ‘spielerisch‘ erproben und prototypartig umsetzen.  Wir wollen das landesweit in kleinen Gruppen tun. Entweder in entsprechenden realen oder auch in virtuellen Räumen. Ziel ist eine schnelle Multiplikation: Viele Menschen sollen auf den anstehenden Wandel eingestimmt werden, es sollen gleichzeitig Ängste abgebaut und viele umsetzbare Chancen erarbeitet werden. Wir wollen diese sammeln und veröffentlichen.

Wer spricht bereits über das Projekt?

Zufriedene Studenten der Hochschule Esslingen über duchgeführte Lernerlebnisse. Einige Regionalleiter sowie Mitglieder der Wolfgang Mewes Stiftung, des Bundesverbandes StrategieForum e.V. und Mitglieder der Offensive Mittelstand und deren Stiftung Mittelstand – Gesellschaft – Verantwortung. 

Die Entstehung – Wer kam wann und wo auf die Idee?

Während der Strategieabende (Bundesverband Strategie Forum e.V) entstehen solche Ideen. An der Hochschule in Esslingen probieren wir zu Lehr- und Lernzwecken solche eher neuen Ansätze aus. Prof. Dr. Siegfried Zürn fördert Lehrveranstaltungen dieser Art. Ideen werden dann in den Gruppen gemeinsam weiterentwickelt. Meine Rolle: Als Projektleiter möchte ich mit dieser Aktion viele neue und praktikable Ideen für eine nachhaltige Zukunft einsteuern.

W2W Loop Thinking

Geschrieben von Peter Käpernick am in Allgemein

Die aktuelle Krise zeigt uns, wo die Grenzlinien verlaufen – oder?

Zeit für neue Lösungen: In dieser Zeit wird klarer, dass das derzeitige Wirtschaftsmodell so nicht mehr funktioniert. Wir brauchen – im Grunde weltweit – ein enkeltaugliches Modell. Mit Blick darauf, wie wir wirtschaften, wie wir die Versorgung der Menschen organisieren fällt auf, dass der Markt nicht alles regelt. Die Abfälle belegen das – sie sind zwar weg, aber eigentlich noch da. Im Meer, auf Müllkippen oder als Stickoxyde in der Luft.

Wir sprechen von der ‘Wegwerfgesellschaft’. Dieses seit 250 Jahren verfolgte Konzept basiert auf einem ‘linearen‘ Muster von ‘nehmen-machen-konsumieren-wegwerfen’. Die japanischen Autohersteller haben diese Verschwendung vor Jahren erkannt und mit Kaizen, Kanban, Kata u.a. Instrumente geschaffen, die die ständige Verbesserung im Blick haben. Auch der Begriff des Wertstromes ist lange bekannt. In der o.g. linearen Wirtschaftswelt ist alles auf Effizienz getrimmt.

Etwas tiefer gedacht, geht es um eine Haltung, um eine Philosophie. Abfälle sind nicht wertlos. Im Gegenteil: Je knapper die Rohstoffe werden, je höher ist deren Wert, den wir ihnen zuschreiben. Was liegt also näher, diesen Weg weiter zu denken: Ideen, die aus Abfall Wertstoffe, vielleicht sogar Nährstoffs macht. Das bedeutet W2W: Waste to Wealth.

So eine Idee läßt sich umsetzen, wenn beim Design eines Produktes sowie bei dessen Herstellung, die Zukunft dieses Produktes über das Lebensende hinaus mitgedacht wird. Dieser kleine aber sehr entscheidende Schritt in unserem Denken hängt sehr von unserer Zielsetzung ab: Gewinnmaximierung versus Nutzenoptimierung. Diese Verschiebung des Schwerpunktes bedeutet stärker weg von der Effizienz, mehr hin zur Effektivität der Systemteile.

Das Konzept der zirkularen Wirtschaft (Kreislaufwirtschaft) wird als ein Konzept beschrieben, bei dem Produkte und die darin enthaltenen Materialien hoch wertgeschätzt werden. Dieses Produktions- und Verbrauchsmodell besteht aus zwei sich ergänzenden Kreisläufen: Einen für biologische Materialien (die von lebenden Organismen zersetzt werden können) und einen für technische Materialien (die von lebenden Organismen nicht zersetzt werden können). In beiden Fällen ist es das Ziel, Verluste von Ressourcen so weit wie möglich zu begrenzen.

In der Praxis bedeutet ‘Kreislaufwirtschaft’, daß Verschwendung auf ein Minimum reduziert wird: Wir kennen den LEAN Ansatz! Der hier diskutierte Denkansatz geht aber weit darüber hinaus. Es geht im Kern darum, das System zu Denken. Wenn ein Produkt das Ende seiner Lebensdauer erreicht, werden seine Materialien wo immer möglich in der Wirtschaft gehalten. Diese können immer wieder produktiv genutzt werden und so weitere Werte schaffen. Zu den Maßnahmen, die zu einer Kreislaufwirtschaft führen, gehören Wiederverwendung, Reparatur, Sanierung und das Recycling vorhandener Materialien und Produkte. Was früher als „Abfall“ betrachtet wurde kann in eine wertvolle Ressource verwandelt werden. Es gibt viele Beispiele von Unternehmen, die die Umsetzung des Konzepts auf spezifische Produkte in verschiedenen Sektoren bereits vorantreiben.

Potenzielle Möglichkeiten: Der Übergang zu einer stärker zirkularen Wirtschaft hat sowohl eine ökologische als auch eine ökonomische Komponente. Wichtig für uns als Industrienation sind:

• Geringere Umweltbelastung: Eine Kreislaufwirtschaft reduziert die Treibhausgasemissionen durch eine bessere Abfallwirtschaft erheblich, auch wird der geringere Verbrauch von Ressourcen (wie Energie, Wasser, Land und Materialien) in der Produktion positive Auswirkungen auf das Klima haben. Die Wiederverwendung großer Mengen Rohmaterialien könnten dazu beitragen, die Verunreinigung der Landschaft, der Lebensräume sowie der Meeresumwelt zu reduzieren.

• Erhöhte Sicherheit der Rohstoffversorgung: Eine Kreislaufwirtschaft würde die Risiken im Zusammenhang mit der Versorgung mit Rohstoffen, wie Preisschwankungen, Verfügbarkeit und Importabhängigkeit reduzieren.

• Gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit: Durch verbesserte Ressourceneffizienz könnte die Kreislaufwirtschaft Unternehmen wie Verbrauchern erhebliche Einsparungen bringen.

• Innovation: Eine zirkulare Wirtschaft könnte einen großen Innovationsschub über alle Sektoren hinweg auslösen, da sehr viele Materialien für alle möglichen Produkte der Wirtschaft angepasst bzw. umgestaltet werden müssten.

• Wachstum, Beschäftigung: Eine Kreislaufwirtschaft stärkt durch neue Geschäftsfelder das Wachstum und schafft neue Arbeitsplätze.

Auf den Punkt gebracht: Werte nutzen statt sie als Abfall zu entsorgen. Wir diskutieren im Rahmen des Spielesettings und mit Blick auf (unser) Unternehmen neue Ideen von Wirtschaft – der Kreislaufwirtschaft! Inhaltlich geht es darum, über vorhandene Geschäftsmodelle zu sprechen und Ideen für eine nachhaltigere Zukunft zu entwickeln. Wir wollen nicht 10% oder auch 30% weniger von irgendeiner Belastung zu einem vorgegebenen Zeitpunkt, es geht darum, das Alte wirklich neu zu denken, wir wollen radikal neue Ideen, um Wirtschaft, Prozesse, Produkte und Versorgung zukünftig nicht lediglich effizienter sondern ‚richtig‘ im Sinne von bester Qualität, langer Haltbarkeit und Nutzung oder gar Mehrfachnutzung zu machen.

Wenn Ideen nach diesem eher spielerischen Ansatz geboren werden, haben diese meist mit der effektiven Nutzung von Energie und von Ressourcen – also im wesentlichen von Rohstoffen – zu tun. Mehrfachnutzung, Recycling, Upcycling bringen Vorteile für die Umwelt, schaffen neue Geschäftsmodelle und neue Arbeitsplätze. Sie bringen auch Geld!

W2W Loop Thinking ist die fixe Grundlage, alle diese Zusammenhänge in der Gruppe zu diskutieren und gemeinsam Ansätze für das eigene Unternehmen anzuschauen. In Kürze wollen wir Veranstungen über das Internet anbieten. Da ist die Zielsetzung, dass wir in Gruppen deutschlandweit ins Gespräch kommen. Eine Sitzung wird ca. 90 Minuten dauern. Das Ergebnis werden Ideen sein, die wir ordnen und den Teilnehmern neu verknüpft zur Verfügung stellen. Für die Teilnehmer dieser Runden können das die jeweils  ersten Schritte sein, sich mit dem Kreislaufmodell weiter zu beschäftigen.

Alternativ stehen die Spielesets auch in physischer Form in der Box auf Abruf bereit. Ein Set wird 130 Euro + MwSt. (plus Porto) kosten und beinhaltet das Spielfeld im A1 Format, die 32 Themenkarten, die 60 Wertekarten sowie ein ausführliches 85 seitiges Handbuch plus ein 90 ca. minütiges Einführungstraining über den Zoom Video Kanal.

Peter Käpernick, Emmendingen im April 2020