Kreislaufwirtschaftmachen – 365/24 immer offen

Geschrieben von Peter Käpernick am in Allgemein

Der von Angela, Jochen, Gerd und Peter gemeinschaftlich organisierte und gestaltete Strategieabend am 28.Oktober 2021 war für in der Spitze 20 Teilnehmer interessant. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und hat in dieser Form Chancen auf eine zeitnahe Realisation. Geplant ist der Start im ersten Quartal 2022:

Das KWM Konzept – für kreislaufwirtschaftbegeisterte Menschen im Mittelstand

Die KWM Plattform ist eine virtuelle „Aktions-Plattform“ im Clubformat.
• zum Kennenlernen
• zur Wissensexploration
• zur Lösungsumsetzung

Die elektronische KWM Plattform bietet den Mitmachern und Gästen einen ständigen, immer geöffneten Präsentations- und Kommunikationsraum.

Unser Motto: KWM – 365/24 immer offen, immer Zeit für creative KWM-Lösungen!

Konsequentes Kreislaufdenken verspricht Lösungspotenzial für sehr viele aktuelle Problemstellungen. Kreislauf-Wirtschaft-Machen verspricht aus diesem Grunde erprobte Praxisbeispiele, Erfahrungen und Austausch auf Augenhöhe, inklusive der Einschätzung von Chancen fixer Realisationsmöglichkeiten. Das KWM Konzept bündelt die Nachfrageseite und deren brennendste Probleme: Per Video-Kurzvortrag sind diese für Clubbesucher abrufbar. Lösungsmöglichkeiten bieten sich auf Basis einer direkten Kontaktaufnahme und in der Folge durch unsere Aktionen sowie einer moderierten Gruppenbegleitung. In diesem Raum unbegrenzter Möglichkeiten können Herangehensweisen erprobt und neue Geschäftsfelder entwickelt werden.

Wir nutzen die folgenden Module

Einblick:
• Wissende erlauben Einblicke: Erfolgsbeispiele umgesetzter Projekte
• Wollende öffnen sich: Sie präsentieren im Video ihre „brennendsten“ Probleme

Durchblick:
• Gesprächsrunden im KWM Club – inklusive Experteninput, richtige Strategien und neue Geschäftsmodelle

Weitblick:
• In kleinen, interdisziplinären Gruppen werden Probleme gelöst

Ziel ist es immer, gefundene Lösungen
• als Prototyp darzustellen und zu verbessern
• die Umsetzung von Fall zu Fall zu begleiten (Performance Contracting)

Unsere Vision ist es, in Kreisläufen zu denken und so zu wirtschaften, wie es uns die Natur vormacht – ohne Abfall!
• Die Nutzenoptimierung verstehen wir als Haltung, in diesem Rahmen wollen wir einen Beitrag zum Gemeinwohl – im Sinne von Klimaschutz und Nachhaltigkeit – leisten.

 

Circler helfen Circler

Geschrieben von Peter Käpernick am in Allgemein

L2C Innovators: Idee zur Lösung für Kurt Wagners Problem?

Vom Kunststoffmüll zum Wertstoff: Mit mobilen Maschinen ist es möglich, dort mit der Herstellung von Recyclingprodukten zu beginnen, wo der Kunststoffmüll anfällt und damit überall und höchst flexibel Arbeitsplätze zu schaffen.

Abfall in Wertstoff verwandeln funktioniert immer: Aufgrund des Mangels an kleinteiligen Recyclinganlagen und fehlender Ideen werden weltweit nur 9 % der Kunststoffabfälle recycelt. Der Rest landet auf Müllkippen, in den Parks oder im Meer. Sehr viele dieser Rohstoffe werden auch einfach verbrannt. Was für eine Verschwendung.

Kunstoffmüll ist überall: Wir entwickeln Ideen und bieten Lösungen für das Kunststoffrecycling im kleinen Maßstab und kombinieren diese mit risikolosem Unternehmertum. Investitionssumme und Risiko halten sich in überschaubaren Grenzen. Es braucht quasi eine Garage und natürlich einige Schippen „Engagement“. Mit diesen sehr einfachen Mitteln wird es möglich, Plastikmüll in neue hochwertige auch innovative Produkte zu verwandeln und Einkommen zu erwirtschaften. Das könnte eine der besten Ideen sein, nach Corona wieder auf die Beine zu kommen.

Auch ein soziales Engagement wäre ein super Idee: Unternehmen, die diese Vorgehensweise mit sozialen Engagement verknüpfen helfen mit, Plastikmüll aus der Umwelt zu entfernen, CO2-Emissionen zu vermeiden, Rohstoffe einzusparen und stärken ganz nebenbei das Bewusstsein und das Selbstvertrauen junger Leute aus dem Umfeld der Region, in denen sie tätig sind. Jungen Menschen eigenverantwortlich Projekte zu übertragen bietet eine großartige Gelegenheit, eine angemessene Bildung und Ausbildung zu initiieren.

„Circler helfen Circler“: Unsere Projekte werden gefördert durch die Aktivitäten des Bundesverbandes Strategie Forum e.V. sowie der Wolfgang Mewes Stiftung sowie privater Initiativen und Arbeitsgruppen z. B. duch die L2C Innovators. Das Team hilft kompetent und unbürokratisch Circler Projekte auf den Weg zu bringen, um damit den Übergang von einem linearen zu einem Kreislaufwirtschaftsmodell zu fördern. Wir zeigen auf, wie es geht, Kunststoffabfälle einzusammeln, zu sortieren, zu waschen, in feines Granulat zu zerkleinern, zu erhitzen und in eine Form zu pressen. Durch diesen einfachen Prozess wird Plastikmüll in neue und nützliche Produkte z.B. Wandtafeln, Fliesen oder auch Ersatzteile für lokale Märkte umgewandelt. Mit der richtigen Strategie nach den Ideen von Prof. Wolfgang Mewes werden viele Projekt erfolgreich umgesetzt. Einfach mal vorbeischauen.

Master Builder of „Kreislaufwelten“

Geschrieben von Peter Käpernick am in Allgemein

L2C Innovators designen Kreislaufwelten.

Lineares Wirtschaften heißt nehmen, produzieren, nutzen und dann wegwerfen. Die Folge: Abfall. In der Luft. Zu Wasser und auf den Müllhalden dieser Welt. Das kann unser System nicht mehr lange verkraften. Der Übergang von Linear zu Circular (L2C) bedeutet Erschließung von Kreisläufen. Das gilt für interne Prozesse, für Produktzyklen aber auch für die Umgebung – also für die Ökosysteme. Dieses „andere“ Wirtschaften bedeutet Zukunft und sorgt für gute Gefühle und Zufriedenheit.

Die Ideen lassen sich am praktischen Projekt erklären. Über 20 angemeldete Teilnehmer der Zoom-Konferenz bekamen die Botschaften per .ppt präsentiert. Auf acht Bilder zeigte ich, was unter Strategie zu verstehen ist. Ein zentrales Bild war das von Scheplast mit der Vision des Inhabers, innerhalb eines Kreislaufsystemes seine Zukunft zu „bauen“.

Scheplast produziert technische Bauteile und Mehrwegverpackungen auf Basis biobasierter Kunststoffe. Auftrag und Ziel ist es, die fossilen- durch die erneuerbaren Kohlenstoffe zu ersetzen. Vielerlei Anwendungen in Kombination mit Kokos, Rizinusöl, Polymilchsäure, Algen oder anderen nachwachsenden Rohstoffen sind denkbar. Biokohlenstoffe können in Verbindung mit den unterschiedlichen Bindemitteln interessante Werkstoffe hervorbringen. Ziel ist es, dass auf diese Art NET-Materialien (Negative Emission Technology) mit neuen, teilweise überragenden Eigenschaften entstehen. Die Idee daraus Mehrwegverpackungen für große Hersteller z. B. Urbane, grüne Fabriken als komplette Systeme zu produzieren, ist dabei einer neuen Art in Kreisläufen zu denken geschuldet. Gleichzeitig zeigt dieses Denken einen interessanten Weg, um die diskutierten Klimaziele zu erreichen. Denn: Es ist ja nicht damit getan, bis 2050 „klimaneutral“ zu sein. Funktionieren werden alle Anstrengungen nur, wenn wir bis dahin einen „klimapositiven“ Status haben. Mit anderen Worten, wir müssen mehr CO2 aus der Atmosphäre entfernen, als wir (weltweit) hineintun. Und dafür gibt es Technologien. Nur müssen wir die auch anwenden und daraus hergestellte Produkte auch nutzen und einer organisierten Wieder / Weiterverwendung zuführen. Das ist die Idee.

Der unten dargestellte Kreislauf zeigt einen gangbaren Weg. Nachwachsende Rohstoffe binden viel CO2. Ebenso kann das CO2 direkt aus der Luft abgesaugt werden. Oder es wird ein Weg über die Pyrolyse gewählt. In diesem Prozess wird Biomasse verarbeitet. Die Produktion der Biokohlenstoffe ist hocheffizient, die Kosten gering. Zudem entsteht bei der Karbonisierung überschüssige, grundlastfähige Erneuerbare Energie. Alternativ oder manchmal nebenbei: Benzin. Nach Gebrauch sind Produkte aus NET-Materialien wahlweise biologisch abbaubar, recycelter oder auch rekarbonisierbar (Rückwandlung in Kohlenstoffe). Ein Produktionsmodul erzeugt aus 4.800 t trockenen Biomasseresten ca. 1.600 t zertifizierte, spezifizierte und chargengenaue Biokohlenstoffe. Je mehr Produkte aus NET-Materialien in die Märkte gelangen werden, desto besser ist das für die Umwelt.

Soweit nun der Hintergrund, der Sinn und Zweck dieses Kreislaufansatzes eines relativ „normalen“ Kunststoffbetriebes. Eine Besonderheit sei hier erwähnt: Die Mitarbeiter dieser Firma sind alle noch relativ jung, sie haben Kinder. Das bedeutet, sie denken „enkeltauglich“. Ein solcher Betrieb lebt davon, dass er Produkte hervorbringt, die der „Markt“ auch kauft. Der Markt sind natürlich die Kunden. Und die sind zuweilen sehr auf „Kosten“ getrimmt. Manche auch auf Bequemlichkeit. Das steht in vielen Fällen diametral zu den eingeforderten Klimazielen bzw. auch zu den politischen Zielen, Abfälle zu vermeiden und Rohstoffe einzusparen.

Was der Kunststoffbetrieb produziert: Er kann Einzelprodukte (hier: Technische Bauteile oder die Mehrwegverpackung) anbieten. Eine Idee ist es, diese Einzelherstellungen durch Systemlösungen zu ergänzen. Es geht somit um jeweils ganze Produktfamilien. Eine Serie z.B. für den Kunden „Organic Garden Farm“ und damit für deren Abnehmer oder für die Anbieter von „Street-Food“ und deren Kunden. Auch die industriellen Produzenten (Natsu-Foods GmbH) und deren Kunden, Backfabriken, Caterer, Großküchen u.v.a. (und deren Kunden!) sind bereit für neue und moderne Lösungen.

Ein Muster wird gerade erkennbar: Unsere Kunststoff-Unternehmung kann sehr viele Einzelkunden haben und / oder sie kann mit Kundengruppen arbeiten. Scheplast liefert dann die umweltfreundlichen Mehrweg / Einwegverpackungen an jeweils einen Betrieb, der Speisen produziert und abfüllt. Dieser Verpackungen einkaufende Betrieb hat Kunden. Diese können von der Supermarktkette über die Kantine im Krankenhaus, der Universität, des Konzerns bis hin zu den Street-Food-Anbietern in den Städten reichen. Das spannende daran: Überall entsteht Abfall der zu einem Wertstoff umgewandelt werden kann. Das bedeutet: Arbeitsplätze und Einnahmequellen. Das Rest-Lebensmittel selbst sowie die Verpackung müssen entsorgt werden. Meist landet der Müll auf der Müllkippe. Schön, wenn das alles als Wertstoffe erkannt würden, die einfach wieder / weiterverwendet werden können. Damit das möglich wird, fehlt es an einer organisierten und sinnvollen Rückführung der Stoffströme sowie an Konzepten zur Weiterverwendung.

Wir haben die Frage diskutiert, ob sich interessierte Teilnehmer dafür begeistern können, an interessanten Projekten aktiv mitzuarbeiten. Grob die Hälfte der anwesenden Teilnehmer haben sich spontan gemeldet. Zwei Projektüberschriften wurden als Arbeitstitel genannt: Urbanes Gardening (David Rösch, P3 Werkstatt Freiburg) und Verpackungen auf Basis von Biokohlenstoffen (Peter Käpernick). Es wurde ein weiteres Thementreffen für den 15. April 2021 geplant. In der Zwischenzeit werden wir die Idee etwas konkretisieren.

 

L2C – Kreislaufdenken hilft!

Geschrieben von Peter Käpernick am in Allgemein

L2C Innovators designen Kreislaufwelten

Lineares Wirtschaften heißt nehmen, produzieren, nutzen und dann wegwerfen. Die Folge: Abfall. In der Luft. Zu Wasser und auf den Müllhalden dieser Welt. Das kann unser System nicht mehr lange verkraften.

Zum eBook „33 x Kreislaufwirtschaft“ : https://www.yumpu.com/user/t.online90261

Der Übergang von Linear zu Circular (L2C) bedeutet Erschließung von Kreisläufen. Das gilt für interne Prozesse, für Produktzyklen aber auch für die Umgebung – also für die Ökosysteme.

Ob kleine oder große Kreise: In dem fehlende Teilstücke z. B. im Produktionsprozess oder in der Funktion von Produkten, Gebäuden und Anlagen ergänzt werden, entstehen in vielen Fällen neue Werte. Abfälle sind dann plötzlich Wertstoffe. Das können auch ganz neue Produkte sein. Sind neue Märkte involviert, entstehen Arbeitsplätze und damit auch wieder Einkommenquellen. Für die Zeit „nach Corona“ eine wirklich große Chance für jeden, der ins Nach- bzw. besser, ins Vordenken gekommen ist.

Dieses „andere“ Wirtschaften bedeutet Zukunft und sorgt für gute Gefühle und Zufriedenheit. Der CO2 Footprint wird sichtbar, macht es möglich. dass Veränderungen vorgenommen werden können. Ganz einfach, weil „Wert“ auch eine Richtung angeben kann. Alles das beeinflusst am Ende des Tages unser Klima. Jeder, aber auch wirklich jeder kann seinen Beitrag im neuen Jahr leisten. Nach Corona sollten Entscheidungen eine andere Qualität haben, als die Entscheidungen vor Corona. Sprechen wir darüber. Mit Gamification „Lets Go Round“ kann jeder Interessierte mit Gleichgesinnten einfach und auch schnell beginnen. Wer im Kreis denkt, kann Wertstoff, kann Klima positiv.

 

 

 

 

 


 

Hallo Circler – Circler denken mit Kurt Wagner

Geschrieben von Peter Käpernick am in Allgemein

Linear zu Circular: Circler helfen Circler.

Unser Motto „Lets Go Round – Wer im Kreis denkt, kann Wertstoff, kann auch Klimaneutral“ schwebt seit einiger Zeit über einige der Aktivitäten der Freiburger Strategiegruppe. Zum September-Strategieabend sind 20 Strategisten der Zoom-Einladung gefolgt. Als Fallgeber stellte uns Kurt Wagner seine Ideen zur Rückführung der über Jahre gelieferten Hagelschutzsysteme für die Weinberge vor. Das Thema war also eines der aktuell diskutierten „Kreislaufwirtschaft“.

Das Format war insofern anders aufgesetzt, als das wir die Vorphase mit dem Business Constructor (=IST ) bereits erarbeitet haben. Grund war die Übertragung von „haptisch“ auf „digital“ also auf die Miroplattform. Es war aber schnell klar, dass dieses Vorhaben mit so vielen (angemeldeten) Leuten nicht geht. Somit haben wir das „IST“ quasi „vorproduziert“. Wichtig war die Festlegung der eigentlichen Fragestellung. Da kamen wir mit der Hauptüberschrift, die, wie wir feststellen konnten, auch gut gepasst hat:

„Was braucht es, damit Kurt Wagner aus einem linearen Systemangebot ein Kreislaufmodell formen kann“.

In dieser Vor-Phase diskutierten wir Einzelheiten z. B. wie ein zukünftiger Rückbau funktionieren kann. Verständlich aus der Sicht des Prozess-Eigners, weil der sich ständig damit beschäftigt – und für ihn sind das ganz wichtige Punkte
• Rückbau durch Kräfte vor Ort vs Rückbau durch Kurt Wagner
• sortenrein
• metallfrei
• Teilelänge wg. Palettenlänge begrenzt auf 1 m
• Harte + weiche Werkstoffe trennen
• Sauberkeit gewährleisten
• es gibt die Möglichkeit „abgerollt“ oder „aufgerollt“ vorzugehen

Die dazugehörende Frage wurde wie folgt gestellt: Alles muss raus aus dem Weinberg. Aber wie?

Damit eröffneten sich zwei grundsätzliche Möglichkeiten des Vorgehens für Kurt Wagner:
1. Kurt und sein Team machen sich Gedanken über die Technik und über die Details der Prozess-Schritte. Oder…
2. Das Team diskutiert zu allererst ein zukünftiges Geschäftsmodell unter dem Aspekt „das Heft nicht aus der Hand zu geben“ bzw. aus dem angedachten Kreislaufmodell eine gewinnbringende Geschäftseinheit zu machen.

In der Praxis wird das in der Form des „sowohl als auch“ funktionieren. Deutlich wurde, wer zunächst die Frage nach dem Geschäftsmodell klärt, hat eine andere Sicht auf die Dinge, insbesondere können sich Haltung, Herangehensweise und damit auch die Zielsetzung ändern!

Für den Strategieabend kristallisierten sich noch Einzelerkenntnisse heraus. Wie auf den gelben Stickern ersichtlich, betreffen sie
• den Transport aus dem Weinberg
• die Weiterverarbeitung vor Ort, beim Rcycler oder auch in der Stammfirma
• letztlich die Frage, wie der gesamte Prozess sich „rechnen“ kann.

Hier schließt sich der Kreis mit der Erkenntnis, dass ein „Kreislauf“ immer als Prozess verstanden werden muss. Das sollte bedeuten, das die Idee, lediglich ein Produkt zu liefern, völlig NEU gedacht werden muss. Wer als Systemlieferant am Markt agiert, kann eher „Chef im Markt“ bleiben als solche Lieferanten, die lediglich Produkte anbieten.

L2C Circler – die Onlineversion

Geschrieben von Peter Käpernick am in Allgemein

Linear 2 Circular (Kreislaufwirtschaft): Die Idee

Die Internetversion des Planspieles L2C Circler (Linear 2 Circular) haben wir am gestrigen Abend via Zoom-Videokonferenz probiert. An dieser Stelle sei den vier Mitspielern, Gerd Salwey + Dr. Roland Ruppel + Hermann Jost + Johannes Vorholt nochmals herzlich gedankt, dass sie dabei waren. Die Moderatorenrolle nahm Peter Käpernick ein.

Unser fiktives Unternehmen, die TBF GmbH, produziert mit 20 Mitarbeitern – quasi als Montagebetrieb – Hygienelüfter für Krankenhäuser. Der Umsatz beträgt 5 Mio Euro. Die Aufgabenstellung an das Führungskräfteteam (Mitspieler) war eine Antwort auf die Frage: „Was kann die TBF GmbH tun, um kreislauffähiger und damit auch zukunftsfähiger zu werden?“ Letztlich geht es darum, wie können die jetzigen Hygienelüfter so konzipiert werden, damit deren technische Bestandteile kontinuierlich und damit auch länger im Markt gehalten werden können (siehe hierzu auch das „Cradle-to-Cradle“ Prinzip bei dem von biologischen und von technischen Nährstoffen gesprochen wird).

Die Mitspieler werden „unvorbereitet“ mit dieser Aufgabe betraut. Um ein Gespräch in Gang zu bringen, wird der Planspielansatz und zum Thema vorbereitete Spielkarten als Einstieg benutzt. Die 32 Karten werden über einen Zufallsgenerator aufgerufen und auf den „Zoom“ Schreibtisch gelegt. Ebenfalls auf dem Schreibtisch und für alle sichtbar, liegt ein Spielfeld. Das zeigt 5 Handlungsfelder: Wege/Geschäftsoptionen. Maßnahmen. Organisationale Fähigkeiten. Persönliche Kompetenzen und das Feld Produkt/Leistung.

Die gezogenen Karten werden diskutiert und später mit einer Punktebewertung priorisiert. Das Spiel muss mindestens solange vorangehen, bis auf jedem Handlungsfeld zwei Karten liegen (..was uns nicht ganz gelang!). Aus diesen Stichworten und nach einer mehr oder minder tiefgreifenden Diskussion wird das Team dann in Form eines kurzen Konzeptes die Geschichte der Weiterentwicklung der Firma formulieren und vortragen. Letztlich fasst der Spielleiter (die fünfte Person am Tisch) die wichtigen Punkte (schriftlich) zusammen.

Das ergibt sich aus der nachfolgenden Unterhaltung: Später werden diese Kurzkonzepte von einem Gremium bezüglich der Ideen und deren Umsetzbarkeit bewertet. Aus der puren Anzahl der vorliegenden Ideen kann am Schluss einer Zeiteinheit (z.B. 3 Monate) eine Gesamtidee abgeleitet werden, mit der ein solches Unternehmen seine Zukunft im Sinne einer Kreislaufwirtschaft ausbauen und gestalten könnte. Aus den Einzelideen könnte ein Gewinnerteam ermittelt werden. Damit wäre eine Wettbewerbssituation möglich, die für Mitspieler einen attraktiven Grund für eine Teilnahme darstellen könnte.

Das Zusammenspiel der Teilnehmer: Details und Verlauf

Die Teilnehmer bekommen es über die per Zufall gezogenen Karten mit folgenden Themen zu tun:
1. Lebenszyklus verlängern (26) grau: Menge=Gewinn, negative Folgen? Wertung: 25 Punkte
2. Materialdatenbank (16) rot: Wo finden wir die Q-Daten? Wertung: 14 Punkte
3. Zirkulare Netzwerke (23) ocker: Partner, Faktor für den Gewinn? Wertung: 26 Punkte
4. Umsetzungsstärke (2) gelb: Wirksamkeit vs Widerstand? Wertung: 25 Punkte
5. Innovationsfreude (1) gelb: Unterschied Zukunft/Vergangenheitsfokus? Wertung: 34 Punkte
6. Ressourcen (29) blau/grün: Welche in 10 Jahren? Wertung: 26 Punkte

Da wir an einigen Stellen zu großzügig mit der Zeit umgegangen sind, haben wir das Ziel: 2 Karten pro Handlungsfeld, lediglich im gelben Feld erreicht. Straffung ist also nötig, weil zwei Karten eine Auswahl bedeuten würden. Die höchste Punktzahl erhielt die Innovationsfreude – offensichtlich für das zukünftige Überleben ein Prio 1 Punkt.

Das Konzept: Als Erzählung

Das Führungskräfteteam hat die Idee, eine größere Kick-off Veranstaltung zum Thema „Von L2C – Aufbruch Zukunft“ zu initiieren. Anlass ist ein Beschluss, aus der GmbH eine AG zu formen. Dazu wird gemeinsam mit allen Mitarbeitern ein Plan für die Zukunft erarbeitet, dessen Kernaussage „mehr Engagement für die Kreislaufwirtschaft“ ein komplettes „Neudenken“ der aktuellen Produktlinie inklusive Fragen zur Fertigung beinhaltet. Ein geringer CO2 Fussabdruck wird angestrebt.

Ziel wird es sein, ein modulares Produkt zu entwickeln, das aus wesentlich weniger Teilen bestehen soll als die aktuelle Produkt-Reihe. Auf gute Demontagemöglichkeit soll geachtet werden. Zusätzlich sollen neue Filter eingebaut werden, die automatisch anzeigen, ob und zu welchem Grad eine Verunreinigung z.B. durch Viren (oder Feinstaub) stattgefunden hat. Ein ferngesteuertes Alarmsystem soll insbesondere den Krankenhausbetreibern helfen, gefährliche Ansammlungen von Schadstoffen früher zu erkennen. Ein automatisches Reinigungssystem soll sofort die gröbsten Konzentrationen abbauen helfen.

Alte Modelle können von den Nutzern zurückgegeben werden. Diese werden dann aufbereitet und entweder überholt und wieder eingesetzt oder es werden zumindest die noch brauchbaren Teile wieder verwendet. Eine geeignete Rückführungslogistik muss „erfunden“ und eingerichtet werden. Dazu wird es die Kooperation aller Vor- und Nachgelagerten Partner brauchen.

Bei der Karte „zirkulare Netzwerke“ kamen die Themen „neue Märkte“ (PKW, Feinstaub) und ein „neues Vertriebssystem“ zur Sprache: Beispielsweise die Einrichtung einer Plattform inklusive der Möglichkeit, die Hygienelüfter auch als „Leihsystem“ zu nutzen und lediglich die Betriebsstunden abzurechnen.

Eine bessere Produktivität durch andere Fertigungsstrassen könnte Produktionsmitarbeiter freistellen, die man dann für das Aufbereiten der alten Anlagenteile einsetzen könnte. Das hätte für die Mitarbeiter zur Folge, dass sie keine Ängste um ihre Arbeitsplätze entwickeln müssten.

Abendveranstaltung: SF-F, Peter Käpernick, Emmendingen, den 27. August 2020

Bitte schauen Sie auf unserer Partnerseite vorbei: https://www.act-if.consulting/portfolio

Future House, ein Konzept für die Zukunft?

Geschrieben von Peter Käpernick am in Allgemein

StrategieForum Freiburg: Linear zu Circular – Future House, ein Konzept für die Zukunft?

1. Wer sich getroffen hat inkl. Vorstellungsrunde: 15 Strategen der Freiburger Strategisten trafen sich im virtuellen Meetingraum der Zoom-Plattform um das ‘Future House‘ Konzept von Romeo Gündling zu diskutieren. Das Produktangebot besteht aus modulartigen Wand- und Deckenbauteilen, die auf der Baustelle als Selbstbausatz einfach und schnell zusammen geschraubt werden können. Als Werkzeuge benötigt der Bauherr nur eine Leiter und einen Elt-Schrauber.

2. Das Produkt: Die Wandbauteile sind 49 cm breit und bis zu 40 cm dick, sie bestehen aus zwei senkrechten Ständern, die innenseitig am Bodenbrett mit einem Winkel festgeschraubt werden. Zwischen den Ständern liegen die werkseitig eingebauten Dämmblöcke. Die Montageleistung kann von zwei Personen ohne Kran in sehr kurzer Zeit erbracht werden. Fenster- und Türöffnungen werden durch Weglassen der Platten dort vorgesehen, wo sie geplant wurden. Die Deckenteile werden analog der Wandteile montiert. Die Dachkonstruktion kann als Pultdach ausgeführt werden, in den allermeisten Fällen werden aber Flachdächer gebaut.

Aus diesen Einzelelementen können nun werkseitig fertige Module ca. 4.80 m x 12.80 m gefertigt werden. Dieses Modul hat eine Wohnfläche von ca. 50 qm und kostet als Selbstbausatz 45.000 Euro. Schlüsselfertig wäre der Preis 99.000 Euro. Diese Module können, wenn sie fertig auf die Baustelle kommen, nebeneinander gestellt oder auch gestapelt werden. Dadurch ergeben sich Hausflächen von 100 oder auch mehr Quadratmeter.

Dafür erhält der Kunde ein mobiles Niedrigenergie-Haus, das in seiner Form veränderbar ist. Es braucht wenig Grundfläche, kann sehr schnell an bereits bestehende Häuser angebaut oder beigestellt werden. Damit werden Ansprüche an eine hohe Flexibilität erfüllt, Stichworte: Homeoffice, Wohnen im Alter, Wohnen in der Gemeinschaft oder vielleicht auch als beweglicher kleiner Laden in City / Country Lagen. Modulare Wohnparks bis hin zu Vermietungen auf Campingplätzen oder auf Dächern von Supermärkten könnten realisiert werden.

3. Während des Themenabends wurde die Frage nach der Botschaft – diskutiert.
Einige Vorschläge gingen in die Richtung: ‘Wohnraum habe ich, Büroraum brauche ich‘. Oder: ‘Hippes Wohnen im Alter in der Gemeinschaft‘. oder: ‘Die praktischen ‚add ons‘ für zusätzlichen Co-Working Spaces’. Bis hin zum kleinen Dorfladen auf dem Lande.

1. Zielgruppe Firmen und deren Mitarbeiter. Ein flottes Mitarbeiterbindungsprogramm.
2. Die junge Familie. Eigentum schaffen bei höchster Flexibilität, das Haus wächst mit.
3. Ältere Leute, die ihr Eigenheim selbst bewohnen und darüber nachdenken, wie aus dem Eigentum eine Einnahmequelle werden kann, sind mit diesem Konzept, sofern Platz vorhanden ist, ebenfalls gut bedient.
4. Eine vierte Zielgruppe sind Handwerksbetriebe aus der Branche. Diese könnten ihr Angebot erweitern.

Ein Brücke zur Engpass-Strategie von Wolfgang Mewes: Er hat vermittelt, das eine Änderung der Strategie – ein rein immaterieller Vorgang – auch zu einer anderen Ausrichtung der Kräfte führt. Wenn diese Kräfte darauf ausgerichtet werden, das brennende Problem einer klar definierten Zielgruppe zu lösen, entsteht für diese in der Folge ein zwingender Nutzen….dessen Wirkung in der Folge auch den materiellen Vorteil des Anbieters bedeutet. Stichworte: Stärken, Zielgruppe, Konzentration auf den Engpass, Nutzen. Aber Achtung: Es gibt innere und äußere Engpässe.

4. Wie kommt die Botschaft zur Zielgruppe? Instagram. Video. Werbung über Partner. Eigene neue WEB Seite. Green World Tour mit dem Truck. Kooperationen mit XXL Möbelhäuser und / oder mit IKEA. Einige Möglichkeiten wurden angesprochen.

5. Die Sache mit dem Geld. Auch hier sind einige Punkte angesprochen worden. Geld geht auch zusammen, mit Punkt 6 ‚Wer macht was?‘. Ein Diskussionsbeitrag lief darauf hinaus, sich die richtigen Partner zu suchen. Damit einher geht ein anderer Beitrag, die Organisation von Grund auf zu überdenken und neu zu organisieren. Es war ein interessanter, sehr technisch geprägter Abend. Es steckt viel Potenzial in diesem Konzept, es ist auch ein Konzept, das unter dem Blickwinkel der angedachten Kreislaufwirtschaft sehr gut passen würde. Wir vom Bundesverband StrategieForum e. V. werden dran bleiben. Ja! Wir helfen auch gerne weiter.

Der nächste Strategieabend ist für den 30.7.2020 nochmals als Video Konferenz zum Thema der Kreislaufwirtschaft geplant. Eine Fortsetzung unserer Sitzung vom 28. Mai 2020. Eine Einladung schicken wir rechtzeitig raus.

Peter Käpernick, Emmendingen, am 26.6.2020

Anders Wirtschaften

Geschrieben von Peter Käpernick am in Allgemein

Die Idee 2W=E auf den Punkt gebracht!

Kick off für Strategieprozess ‘Kreislaufwirtschaft‘ (new circular economy)

Wert + Wirkung bringen externe Energie zusätzlich. Es ist ein cleverer Strategieansatz plus ein Projekt-Setting für kooperatives Herangegehen an den Wandlungsprozess der als ‘Beyoundcrisis-Project‘ auf jeden von uns zu kommt. Wir diskutieren Ideen zirkularen Handelns als Person (..unser Einfluss als Konsumenten) sowie die Chancen und Möglichkeiten für mittelständische Unternehmen an den Aktionsplänen des europäischen Grünen Deals der EU teilzuhaben. Die Themen:

• 200 Jahre falsche Strategie: Ergebnisse und Ausblick

• Werte in Einkommen verwandeln

• Vorhandenes Geschäftsmodell überprüfen

• Enkeltaugliche Strategie für das Wirtschaften entwickeln

Zeit für neue Lösungen! Was macht die Idee für Deutschland nach Corona so besonders?

Die aktuelle Lage und deren Folgen beinhaltet eine kurze und knappe Botschaft: Wir werden zukünftig anders Wirtschaften! Weg von ‘linear‘, hin zu mehr Kreislauf und Wiederverwendung. Der ‘Grüne Deal‘ der EU Kommission (Closing the loop: New circular economy package) und seine begleitenden Ziele und Investitionspläne vom März 2020 wird uns als Bürger und die EU als Gemeinschaft in die Lage versetzen, nachhaltige Produkte und Prozesse zu etablieren, Rohstoffe besser zu verwerten, die Vermüllung zu stoppen und – eine soziale Zielsetzung – besser zu kooperieren. Wir werden den Fokus darauf lenken, Wert(e) in Einkommen zu verwandeln!

Neu an dem hier vorgestellten Ansatz ist die Art, wie wir den Wandlungsprozess starten und die nachfolgenden Schritte gestalten: Eine Kombination aus Gruppenarbeit (Gamification) mit computerbasierten Simulationen (Simcision). Dieser eher leichte, spielerische und angstfreie Ansatz führt in neun Schritten durch einen kreativen Raum entweder während entsprechender Präsenztreffen oder auch im Internet. Dabei lassen die Teilnehmer in wenigen Stunden Ideen bis zu ersten Prototypen heranreifen: Ziel ist das schnelle Ausprobieren! Sowie das noch schnellere Umsetzen besserer Lösungen!

Wie verbessert dieser Ansatz die Zukunft der Menschen und Unternehmen?

Während des Settings werden Ideen geboren, die mit besserer Nutzung von Ressourcen bzw. Energien bezogen auf eine Zielsetzung zu tun haben. Mehrfachnutzungen bringen Vorteile für die Umwelt, schaffen neue Geschäftsmodelle und neue Arbeitsplätze. Produkte und Prozesse werden nicht mehr nur verbessert, sondern völlig neu (zirkular) vom  Ende her gedacht. Modulares Design verlängert die Lebenszyklen und ordnet den verbauten Teilen bzw. Rohstoffen einen Wert zu, der sich im Markt in Einkommen verwandeln lässt. Produkte werden nicht mehr verkauft, sondern vom Kunden bezahlt wird die erworbene Dienstleistung. Damit verbleiben Hersteller als Dienstleister in der Verantwortung für ihre verwendeten Wertstoffe. Daraus folgt, dass weniger bis kein Abfall mehr anfallen wird!

Status quo und Vision: Wohin geht die Reise, wo stehen wir?

Wir stehen am Anfang, erkennen aber, dass uns das Klima und die rigorose Ausbeutung von fossilen Rohstoffen sowie die Vermüllung von Meer und Landschaft kaum noch Platz für ein nachhaltiges Leben einer nächsten bzw. übernächsten Generation lassen. Unsere Vision: Die Kreislaufwirtschaft ersetzt das lineare Wirtschaftsmodell. Eine Welt produziert Wert(e) für alle!

Unsere Modellfirma (www.act-if.consulting) soll junge Menschen und alte Praktiker zusammenbringen und neue Ideen ‘spielerisch‘ erproben und prototypartig umsetzen.  Wir wollen das landesweit in kleinen Gruppen tun. Entweder in entsprechenden realen oder auch in virtuellen Räumen. Ziel ist eine schnelle Multiplikation: Viele Menschen sollen auf den anstehenden Wandel eingestimmt werden, es sollen gleichzeitig Ängste abgebaut und viele umsetzbare Chancen erarbeitet werden. Wir wollen diese sammeln und veröffentlichen.

Wer spricht bereits über das Projekt?

Zufriedene Studenten der Hochschule Esslingen über duchgeführte Lernerlebnisse. Einige Regionalleiter sowie Mitglieder der Wolfgang Mewes Stiftung, des Bundesverbandes StrategieForum e.V. und Mitglieder der Offensive Mittelstand und deren Stiftung Mittelstand – Gesellschaft – Verantwortung. 

Die Entstehung – Wer kam wann und wo auf die Idee?

Während der Strategieabende (Bundesverband Strategie Forum e.V) entstehen solche Ideen. An der Hochschule in Esslingen probieren wir zu Lehr- und Lernzwecken solche eher neuen Ansätze aus. Prof. Dr. Siegfried Zürn fördert Lehrveranstaltungen dieser Art. Ideen werden dann in den Gruppen gemeinsam weiterentwickelt. Meine Rolle: Als Projektleiter möchte ich mit dieser Aktion viele neue und praktikable Ideen für eine nachhaltige Zukunft einsteuern.

L2C – Circle Thinking

Geschrieben von Peter Käpernick am in Allgemein

Die aktuelle Krise zeigt uns, wo die Grenzlinien verlaufen – oder?

Zeit für neue Lösungen: In dieser Zeit wird klarer, dass das derzeitige Wirtschaftsmodell so nicht mehr funktioniert. Wir brauchen – im Grunde weltweit – ein enkeltaugliches Modell. Mit Blick darauf, wie wir wirtschaften, wie wir die Versorgung der Menschen organisieren fällt auf, dass der Markt nicht alles regelt. Die Abfälle belegen das – sie sind zwar weg, aber eigentlich noch da. Im Meer, auf Müllkippen oder als Stickoxyde in der Luft.

Wir sprechen von der ‘Wegwerfgesellschaft’. Dieses seit 250 Jahren verfolgte Konzept basiert auf einem ‘linearen‘ Muster von ‘nehmen-machen-konsumieren-wegwerfen’. Die japanischen Autohersteller haben diese Verschwendung vor Jahren erkannt und mit Kaizen, Kanban, Kata u.a. Instrumente geschaffen, die die ständige Verbesserung im Blick haben. Auch der Begriff des Wertstromes ist lange bekannt. In der o.g. linearen Wirtschaftswelt ist alles auf Effizienz getrimmt.

Etwas tiefer gedacht, geht es um eine Haltung, um eine Philosophie. Abfälle sind nicht wertlos. Im Gegenteil: Je knapper die Rohstoffe werden, je höher ist deren Wert, den wir ihnen zuschreiben. Was liegt also näher, diesen Weg weiter zu denken: Ideen, die aus Abfall Wertstoffe, vielleicht sogar Nährstoffe macht. L2C – Von Linear zu Circular beschreibt diese Thematik.

So eine Idee läßt sich umsetzen, wenn beim Design eines Produktes sowie bei dessen Herstellung, die Zukunft dieses Produktes über das Lebensende hinaus mitgedacht wird. Dieser kleine aber sehr entscheidende Schritt in unserem Denken hängt sehr von unserer Zielsetzung ab: Gewinnmaximierung versus Nutzenoptimierung. Diese Verschiebung des Schwerpunktes bedeutet stärker weg von der Effizienz, mehr hin zur Effektivität der Systemteile.

Das Konzept der zirkularen Wirtschaft (Kreislaufwirtschaft) wird als ein Konzept beschrieben, bei dem Produkte und die darin enthaltenen Materialien hoch wertgeschätzt werden. Dieses Produktions- und Verbrauchsmodell besteht aus zwei sich ergänzenden Kreisläufen: Einen für biologische Materialien (die von lebenden Organismen zersetzt werden können) und einen für technische Materialien (die von lebenden Organismen nicht zersetzt werden können). In beiden Fällen ist es das Ziel, Verluste von Ressourcen so weit wie möglich zu begrenzen.

In der Praxis bedeutet ‘Kreislaufwirtschaft’, daß Verschwendung auf ein Minimum reduziert wird: Wir kennen den LEAN Ansatz! Der hier diskutierte Denkansatz geht aber weit darüber hinaus. Es geht im Kern darum, das System zu Denken. Wenn ein Produkt das Ende seiner Lebensdauer erreicht, werden seine Materialien wo immer möglich in der Wirtschaft gehalten. Diese können immer wieder produktiv genutzt werden und so weitere Werte schaffen. Zu den Maßnahmen, die zu einer Kreislaufwirtschaft führen, gehören Wiederverwendung, Reparatur, Sanierung und das Recycling vorhandener Materialien und Produkte. Was früher als „Abfall“ betrachtet wurde kann in eine wertvolle Ressource verwandelt werden. Es gibt viele Beispiele von Unternehmen, die die Umsetzung des Konzepts auf spezifische Produkte in verschiedenen Sektoren bereits vorantreiben.

Potenzielle Möglichkeiten: Der Übergang zu einer stärker zirkularen Wirtschaft hat sowohl eine ökologische als auch eine ökonomische Komponente. Wichtig für uns als Industrienation sind:

• Geringere Umweltbelastung: Eine Kreislaufwirtschaft reduziert die Treibhausgasemissionen durch eine bessere Abfallwirtschaft erheblich, auch wird der geringere Verbrauch von Ressourcen (wie Energie, Wasser, Land und Materialien) in der Produktion positive Auswirkungen auf das Klima haben. Die Wiederverwendung großer Mengen Rohmaterialien könnten dazu beitragen, die Verunreinigung der Landschaft, der Lebensräume sowie der Meeresumwelt zu reduzieren.

• Erhöhte Sicherheit der Rohstoffversorgung: Eine Kreislaufwirtschaft würde die Risiken im Zusammenhang mit der Versorgung mit Rohstoffen, wie Preisschwankungen, Verfügbarkeit und Importabhängigkeit reduzieren.

• Gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit: Durch verbesserte Ressourceneffizienz könnte die Kreislaufwirtschaft Unternehmen wie Verbrauchern erhebliche Einsparungen bringen.

• Innovation: Eine zirkulare Wirtschaft könnte einen großen Innovationsschub über alle Sektoren hinweg auslösen, da sehr viele Materialien für alle möglichen Produkte der Wirtschaft angepasst bzw. umgestaltet werden müssten.

• Wachstum, Beschäftigung: Eine Kreislaufwirtschaft stärkt durch neue Geschäftsfelder das Wachstum und schafft neue Arbeitsplätze.

Auf den Punkt gebracht: Werte nutzen statt sie als Abfall zu entsorgen. Wir diskutieren im Rahmen des Spielesettings und mit Blick auf (unser) Unternehmen neue Ideen von Wirtschaft – der Kreislaufwirtschaft! Inhaltlich geht es darum, über vorhandene Geschäftsmodelle zu sprechen und Ideen für eine nachhaltigere Zukunft zu entwickeln. Wir wollen nicht 10% oder auch 30% weniger von irgendeiner Belastung zu einem vorgegebenen Zeitpunkt, es geht darum, das Alte wirklich neu zu denken, wir wollen radikal neue Ideen, um Wirtschaft, Prozesse, Produkte und Versorgung zukünftig nicht lediglich effizienter sondern ‚richtig‘ im Sinne von bester Qualität, langer Haltbarkeit und Nutzung oder gar Mehrfachnutzung zu machen.

Wenn Ideen nach diesem eher spielerischen Ansatz geboren werden, haben diese meist mit der effektiven Nutzung von Energie und von Ressourcen – also im wesentlichen von Rohstoffen – zu tun. Mehrfachnutzung, Recycling, Upcycling bringen Vorteile für die Umwelt, schaffen neue Geschäftsmodelle und neue Arbeitsplätze. Sie bringen auch Geld!

L2C Circle Thinking ist die fixe Grundlage, alle diese Zusammenhänge in der Gruppe zu diskutieren und gemeinsam Ansätze für das eigene Unternehmen anzuschauen. In Kürze wollen wir Veranstungen über das Internet anbieten. Da ist die Zielsetzung, dass wir in Gruppen deutschlandweit ins Gespräch kommen. Eine Sitzung wird ca. 90 Minuten dauern. Das Ergebnis werden Ideen sein, die wir ordnen und den Teilnehmern neu verknüpft zur Verfügung stellen. Für die Teilnehmer dieser Runden können das die jeweils  ersten Schritte sein, sich mit dem Kreislaufmodell weiter zu beschäftigen.

Alternativ stehen die Spielesets auch in physischer Form in der Box auf Abruf bereit. Ein Set wird 130 Euro + MwSt. (plus Porto) kosten und beinhaltet das Spielfeld im A1 Format, die 32 Themenkarten, die 60 Wertekarten sowie ein ausführliches Handbuch plus ein 90 ca. minütiges Einführungstraining über den Zoom Video Kanal. Ein e-book mit dem Titel 99xKreislaufwirtschaft mit Hintergrundinfos über die Zusammenhänge der Branchen, mit Chancen und Risiken der Umsetzung, mit vielen aktuellen Beispielen von bereits existierenden oder im Aufbau befindlichen Projekten (..gut auch für Ideen für die Zeit nach Corona!) steht demnächst zur Verfügung. Vorbestellungen nehmen wir gerne jetzt schon an. Preis: 18 Euro + 3 Euro Porto. Geplante Auslieferung der ersten Auflage: Ende Juli 2020.

Peter Käpernick, Emmendingen im April 2020

Strategie in Freiburg

Geschrieben von Peter Käpernick am in Allgemein

Guten Tag, liebe Freunde der Strategie
Vielen Dank nochmals für´s Erscheinen. Das war der letzte Strategieabend in Freiburg (P3 Werkstatt*) im Zeichen der „Spiele“ des Jahres 2019. Im nächsten Jahr werden wir uns wieder mehr der Mewes Strategie und dort besonders der Thematik des kollegialen „Live Coachings“ zu aktuellen Veränderungssituationen einer Person zuwenden. Hin und wieder besuchen wir Firmen des produzierenden Gewerbes und bieten damit ein Forum für Erfahrungsaustausch zu Anforderungen der Digitalisierung.

Die Erkenntnisse des Strategieabends kurz zusammengefasst:
1. Die Spielidee zeigt, dass Veranstalter über diesen Weg relativ schnell mit den Beteiligten ins Gespräch kommen.
2. Es ist sinnvoll, Spielfelder und Spielkarten – also Inhalte – an die jeweiligen Zielgruppen anzupassen. Mitmacher wollen abgeholt werden!
3. Als Veranstaltungsformat für Firmen könnte man 3 Stunden unter dem Titel „The Great Game of Business“ wählen.
• Ein Buch von Jack Stack beschreibt das Modell der „Open Books“ im Sinne von Verständnis und Transparenz der Geschäftsvorgänge
4. Der Mensch im System: Die Verantwortung für Entwicklung liegt bei den handelnden Personen (Führungskräfte, Angestellte).
• Die Beteiligten können eigene Zuständigkeiten nicht an die Gewerkschaft oder an die Politik delegieren.
• Zur besseren Orientierung ist es sinnvoll, gemeinsam in eine Richtung zu blicken: Das bietet das Spielfeld.
• Es gilt zu klären, was die Arbeitsgruppe unter Digitalisierung verstehen will: Zwischen „Tablet“ und „KI-Roboter“ liegen viele Wirklichkeiten!

Am Strategieabend haben wir das „Große Spiel einer Produktionsfirma“ auf Basis unserer Gamification „GO4Null“ gespielt und sind dabei recht fix ins Gespräch gekommen. Über nur zwei Leistungskennzahlen: Produktionskapazität und Auftragseingänge diskutierte das Führungsteam Möglichkeiten, die Modellfirma in ruhiges Fahrwasser zu bringen und damit zukunftsfähig aufzustellen. Es war der Abend der kleinen Schritte, um Neuland zu entdecken. Nicht die Radikalkur KI und Robotik waren angesagt, sondern eher die Sicherung von Arbeitsplätzen mit kleinen aber feinen Ergänzungen über Assistenzsysteme. Auch diese (halbautomatischen) Systeme lassen es zu, sich mit dem Geiste von Digitalisierungsprojekten zu beschäftigen. Aber Schritt für Schritt und in eher kleinen, bezahlbaren Prozessanpassungen.

Aufgrund der erspielten AktionsPakete wurden vom Führungsteam folgende Entscheidungen getroffen:
1. Zwei zusätzliche Arbeitsplätze mit Personal schaffen (..plus 8 units/Tag: Invest ca. 150.000 TE )
2. Alle Handmontageplätze bekommen eine elektronische Montagehilfe (CoBot) als Ergänzung spendiert (..plus 20 units/Tag: ca. 100.000 TE)
3. Das erhöht die Produktionskapa von 32 units/Tag auf 60 units/Tag. In der Summe von 7040 auf 13.200
• Die Absatzsituation im Geschäftsjahr von 6.100 plus der zusätzlich erspielten Menge von 5900 (Summe: 12.000) wird abgedeckt.
4. Weitere Maßnahmen liegen im Bereich „Training“ der Mitarbeiter
5. plus Senkung der Ausfallzeiten durch bessere Materialzufuhr (Logistik, Lager und Materialzuführung)
6. plus Verkürzung der Bearbeitungszeiten / Senkung der Fehlerquote durch Training und präzisere Arbeitsanweisungen
7. plus besseres Lagermanagement in Verbindung mit RFID Auszeichnung durch die Hersteller sowie das Scannen der angelieferten Ware
8. dadurch wird einerseits Platz gespart (Paletten können ohne Zwischenlager in den Bestand übernommen und eingelagert werden)
9. und andererseits ergibt sich automatisch eine bessere Anbindung einzelner Prozess-Schritte an vorhandene Software.
10. Intrexx macht´s möglich*: Ob nun eine Portallösung (Marketing: Kundenmanagement) oder die interne digitale Arbeitsplattform
• Mitarbeiter können Zusammenarbeit, Kommunikation und damit ihre Geschäftsprozesse durch den „Digital Workplace“ verbessern.
• Über die angedachten Lösungen und deren Konsequenzen (Chancen + Risiken) werden wir separat noch weiter diskutieren.

Fazit: Mit diesen eher kleinteiligen Maßnahmen wird die Kapazität der Produktion von 32 units/Tag auf 60 fast verdoppelt. Die Maßnahmen selber führen dann voraussichtlich zu einer Steigerung der Effizienz pro Arbeitsplatz auf eine Leistung von 7 (..statt 6) units/Tag. Wir würden also bei 70 Einheiten landen, das entspricht einer Gesamtleistung von 15.400 Einheiten pro Jahr. Immerhin: Die Arbeitsplätze sind gesichert und die Mitarbeiter haben Gelegenheit, sich den neuen Anforderungen besser anzupassen. Später können immer noch Automaten gekauft und betrieben werden. Dann hat die Belegschaft aber schon Erfahrungen sammeln können. Aus dem Digitalisierungsabenteuer wir so eine digitale Entdeckungsreise!

*) Wir bedanken uns herzlich bei David dafür, dass wir in den Räumen der P3 Werkstatt (FR Oltmannstr. 30) zu Gast sein durften!

**) Wir danken Max und Daniel von United Planet (Intrexx) für die Diskussionsbeiträge und damit für die bessere Durchdringung des Systems „TBF – Modellfirma“.

Emmendingen, den 21. November 2019 – wird fortgesetzt!