Strategie in Freiburg

Guten Tag, liebe Freunde der Strategie
Vielen Dank nochmals für´s Erscheinen. Das war der letzte Strategieabend in Freiburg (P3 Werkstatt*) im Zeichen der „Spiele“ des Jahres 2019. Im nächsten Jahr werden wir uns wieder mehr der Mewes Strategie und dort besonders der Thematik des kollegialen „Live Coachings“ zu aktuellen Veränderungssituationen einer Person zuwenden. Hin und wieder besuchen wir Firmen des produzierenden Gewerbes und bieten damit ein Forum für Erfahrungsaustausch zu Anforderungen der Digitalisierung.

Die Erkenntnisse des Strategieabends kurz zusammengefasst:
1. Die Spielidee zeigt, dass Veranstalter über diesen Weg relativ schnell mit den Beteiligten ins Gespräch kommen.
2. Es ist sinnvoll, Spielfelder und Spielkarten – also Inhalte – an die jeweiligen Zielgruppen anzupassen. Mitmacher wollen abgeholt werden!
3. Als Veranstaltungsformat für Firmen könnte man 3 Stunden unter dem Titel „The Great Game of Business“ wählen.
• Ein Buch von Jack Stack beschreibt das Modell der „Open Books“ im Sinne von Verständnis und Transparenz der Geschäftsvorgänge
4. Der Mensch im System: Die Verantwortung für Entwicklung liegt bei den handelnden Personen (Führungskräfte, Angestellte).
• Die Beteiligten können eigene Zuständigkeiten nicht an die Gewerkschaft oder an die Politik delegieren.
• Zur besseren Orientierung ist es sinnvoll, gemeinsam in eine Richtung zu blicken: Das bietet das Spielfeld.
• Es gilt zu klären, was die Arbeitsgruppe unter Digitalisierung verstehen will: Zwischen „Tablet“ und „KI-Roboter“ liegen viele Wirklichkeiten!

Am Strategieabend haben wir das „Große Spiel einer Produktionsfirma“ auf Basis unserer Gamification „GO4Null“ gespielt und sind dabei recht fix ins Gespräch gekommen. Über nur zwei Leistungskennzahlen: Produktionskapazität und Auftragseingänge diskutierte das Führungsteam Möglichkeiten, die Modellfirma in ruhiges Fahrwasser zu bringen und damit zukunftsfähig aufzustellen. Es war der Abend der kleinen Schritte, um Neuland zu entdecken. Nicht die Radikalkur KI und Robotik waren angesagt, sondern eher die Sicherung von Arbeitsplätzen mit kleinen aber feinen Ergänzungen über Assistenzsysteme. Auch diese (halbautomatischen) Systeme lassen es zu, sich mit dem Geiste von Digitalisierungsprojekten zu beschäftigen. Aber Schritt für Schritt und in eher kleinen, bezahlbaren Prozessanpassungen.

Aufgrund der erspielten AktionsPakete wurden vom Führungsteam folgende Entscheidungen getroffen:
1. Zwei zusätzliche Arbeitsplätze mit Personal schaffen (..plus 8 units/Tag: Invest ca. 150.000 TE )
2. Alle Handmontageplätze bekommen eine elektronische Montagehilfe (CoBot) als Ergänzung spendiert (..plus 20 units/Tag: ca. 100.000 TE)
3. Das erhöht die Produktionskapa von 32 units/Tag auf 60 units/Tag. In der Summe von 7040 auf 13.200
• Die Absatzsituation im Geschäftsjahr von 6.100 plus der zusätzlich erspielten Menge von 5900 (Summe: 12.000) wird abgedeckt.
4. Weitere Maßnahmen liegen im Bereich „Training“ der Mitarbeiter
5. plus Senkung der Ausfallzeiten durch bessere Materialzufuhr (Logistik, Lager und Materialzuführung)
6. plus Verkürzung der Bearbeitungszeiten / Senkung der Fehlerquote durch Training und präzisere Arbeitsanweisungen
7. plus besseres Lagermanagement in Verbindung mit RFID Auszeichnung durch die Hersteller sowie das Scannen der angelieferten Ware
8. dadurch wird einerseits Platz gespart (Paletten können ohne Zwischenlager in den Bestand übernommen und eingelagert werden)
9. und andererseits ergibt sich automatisch eine bessere Anbindung einzelner Prozess-Schritte an vorhandene Software.
10. Intrexx macht´s möglich*: Ob nun eine Portallösung (Marketing: Kundenmanagement) oder die interne digitale Arbeitsplattform
• Mitarbeiter können Zusammenarbeit, Kommunikation und damit ihre Geschäftsprozesse durch den „Digital Workplace“ verbessern.
• Über die angedachten Lösungen und deren Konsequenzen (Chancen + Risiken) werden wir separat noch weiter diskutieren.

Fazit: Mit diesen eher kleinteiligen Maßnahmen wird die Kapazität der Produktion von 32 units/Tag auf 60 fast verdoppelt. Die Maßnahmen selber führen dann voraussichtlich zu einer Steigerung der Effizienz pro Arbeitsplatz auf eine Leistung von 7 (..statt 6) units/Tag. Wir würden also bei 70 Einheiten landen, das entspricht einer Gesamtleistung von 15.400 Einheiten pro Jahr. Immerhin: Die Arbeitsplätze sind gesichert und die Mitarbeiter haben Gelegenheit, sich den neuen Anforderungen besser anzupassen. Später können immer noch Automaten gekauft und betrieben werden. Dann hat die Belegschaft aber schon Erfahrungen sammeln können. Aus dem Digitalisierungsabenteuer wir so eine digitale Entdeckungsreise!

*) Wir bedanken uns herzlich bei David dafür, dass wir in den Räumen der P3 Werkstatt (FR Oltmannstr. 30) zu Gast sein durften!

**) Wir danken Max und Daniel von United Planet (Intrexx) für die Diskussionsbeiträge und damit für die bessere Durchdringung des Systems „TBF – Modellfirma“.

Emmendingen, den 21. November 2019 – wird fortgesetzt!