Wie wollen wir zukünftig arbeiten?

Klaus M. schickt mir einen Beitrag des aktuellen Harvard Business Manager Magazines. Der geneigte Leser liest und lernt, dass Professor Clayton C. – der Erfinder der „Disruptiven Innovationen“, gerade entdeckt hat, dass harte Zeiten für Berater anbrechen…..! Als Leiter des StrategieCentrum-Oberrhein bin ich neugierig, investiere artig 14.50 Euro und werde mit einigen Filetstückchen wissenschaftlicher Erkenntnis der „roten Kuh“ auf den Innenseiten belohnt!

Zur Begrifflichkeit: Disruptiv sind Innovationen dann, wenn sie Geschäfts-Modelle ganzer Branchen zerstören. Diese Erkenntnis ist mit den Erfolgen von Apple, Amazon + Co durchaus bekannt, haben wir doch gelernt, dass man heute (fast) alles auch im Internet bekommt. Manchmal billiger, meist schneller! Keine Stadtfahrten, keine Strafzettel wegen Falschparkerei und überhaupt…..! Auftrag abgeben. Konto eingeben. Fortan liest uns der Computer, das Tablet, das iPhone, der Fernseher und natürlich Auto und Kühlschrank jeden Wunsch von unserem gespeicherten Profil ab. 

Die Consulting-Branche bekommt Geld dafür, dass sie Unternehmer beim richtigen Umgang mit der strategischen Bedrohung unterstützt. Jetzt sind also die Strategie-Experten selber bedroht! Auch Beraterfirmen brauchen neue Geschäfts-Modelle. Das beruhigt, gehört doch die Erfindung eben solcher Modelle zum Kerngeschäft eines StrategieCentrum-Oberrhein. Ich lese, dass software- und technologiebasierte Analysewerkzeuge in die Kundensysteme integriert werden. Eine wirklich geniale Idee! Wen es jetzt noch stört, dass Angela M´s Handycode geknackt ist, der hat die Strategie „moderner Kundenbindung“ nicht verstanden. Zusammenarbeit über traditionelle Projekte hinaus spart schließlich Akquisitionskosten.     

Diese angestrebte Form der Vernetzung über den Tellerrand ist total cool: Durch die Integration sind Daten ständig im Zugriff, auch die Berater sind präsent ohne wirklich da zu sein. Endlich dreht sich die Kostensprirale mal andersherum. Mit der Cloud wird wirklich alles billiger: Auch so eine „disruptive Innovation“ – deren Folgen für Unternehmer nicht unbedingt überschaubar sind. Mit dieser Technologie tangieren wir noch schnell die angestrebte Dominanz der Produzenten über den Konsumenten. Wer Zugang zum Profil hat, der hat Macht – der kann Wünsche generieren. Der kann – endlich – verkaufen! 

Glauben wir den Trendforschern, geht das morgens um 7 Uhr schon los: Ob nun Horx, Micic oder Janszky – sie sagen uns, dass wir sanft geweckt werden. Jedes Möbelstück, die Fenster, der Wasserkocher, der Toilettenspiegel sind bereits informiert. Die Geräte kommunizieren untereinander, kennen unsere Routinen und wissen genau, was wir anziehen wollen. Das Auto fährt selbst, wir telefonieren entspannt nach Hongkong und inspizieren auf dem Parkplatz vor der Firma noch schnell den neuen Co-Working-Space in Masdar City. Virtuell natürlich, dennoch ziemlich real…..! Meine Güte, die sind ja noch immer nicht fertig mit der Öko-Stadt, wieso kann das so lange dauern? Sind doch deutsche Architekten, die daran arbeiten?

Wie wollen wir zukünftig arbeiten? Da war  ein Treffen gestern in Freiburg: Zwei Geschäftsführer, wir vom StrategieCentrum-Oberrhein und einige geniale Ideen: Wie diese aber unter einen gemeinsamen Hut zaubern? Einer sieht die Wirklichkeit so, der Kollege Mitarbeiter vielleicht ganz anders. Also arbeiten wir an den Möglichkeiten – es sind immer die guten Ideen aus solchen Runden, die uns weiter bringen.Und die Botschaft: Das geht – nur mit geeigneter Moderation! Alles ohne integrierte Software! Der Kunde freut sich einfach darüber, dass es Menschen gibt, die Zuhören – und vielleicht das Gesagte ein wenig sortieren. Wenn alles und von jedem gesagt und notiert ist, geht es an die Visualisierung. Da steckt nämlich die Lösung drin! So einfach kann Arbeit sein – so wollen wir auch in Zukunft arbeiten! Ja. Wir!  

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